Wissenschaft und Forschung

Die BAG-SB versucht, die Praxis durch wissenschaftliche Begleitung und Evaluation zu unterstützen. Dieses Ziel erreicht sie durch die Förderung wissenschaftlicher Grundlagenforschung und die Veröffentlichung deren Ergebnisse.

Herausforderungen moderner Schuldnerberatung

Forschungsvorhaben

 

Vorgehen und Zielsetzung

Das Forschungsvorhaben dient - auf Basis einer gutachterlichen empirischen Forschung - der Annäherung und Exploration an Probleme und Ressourcen in der Zusammenarbeit der Akteure, der Bedarfe der Betroffenen sowie der Entwicklung von Handlungskonzepten der Sozialen Schuldnerberatung. Diese soll der Heterogenität der von Überschuldung Betroffenen Rechnung tragen und zugleich durch präventive Ausrichtung Risiken von Wirkungsdefiziten der Intervention ("Drehtüreffekte", Fehlbedarfsplanungen) reduzieren.

Das Forschungsvorhaben wird in vier Teilschritten umgesetzt:

  • Bedeutung der Dispositionskredite für den Übergang von Verschuldung zu Überschuldung
  • Lebenssituationen und Bewältigungsstrategien an den Übergängen zwischen Ver- und Überschuldung - eine qualitative Untersuchung
  • Volkswirtschaftlicher Nutzen der Schuldnerberatung in idealtypischer Fallkonstellation
  • Handlungskonzepte einer präventiven Schuldnerberatung: Konzeptentwicklung einer präventiven Schuldnerberatung
Hintergrund

Der am 11.03.2016 in Kraft getretenen § 504a BGB hat eine neue Schnittstelle zwischen der Beratung in Banken/ Sparkassen und der von Schuldnerberatungsstellen geschaffen. Er verweist auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit von zwei Akteurstypen, die institutionell und professionspolitisch in höchst unterschiedliche Handlungskontexte eingebunden sind. Vor diesem Hintergrund ist es eine bisher offene Frage, ob und wie die spezialisierten Beratungsleistungen dieser Akteure im Sinne einer präventiven Schuldnerberatung zusammengeführt werden können.

Beteiligte

Mit der Durchführung wurde das Deutsche Institut für Sozialwirtschaft (DISW) in Kiel beauftragt.

Kooperationspartner sind unter anderem die Schuldnerberatung der Diakonie Hamburg, die afg worknet Schuldnerberatung gGmbH Hamburg und die H.S.I. Schuldner- und Insolvenzberatung Hamburg.

Die Begleitung des Projekts erfolgt durch die Lawaetz-Stiftung.

Zeitraum

August 2016 - Mai 2017

Förderung

Ermöglicht wird das Forschungsvorhaben durch die Förderung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

 

Werthaltigkeit und Nachhaltigkeit von Sozialer Schuldner- und Insolvenzberatung

Eine Metastudie empirischer Arbeiten

 

Vorgehen und Zielsetzung

In der Studie, die im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e. V. erstellt wurde, geht es um die Werthaltigkeit und Nachhaltigkeit der Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung im Spiegel empirischer Erhebungen der vergangenen 15 Jahre.

Um die Wirksamkeit der Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung beurteilen zu können, wurden zunächst die Hintergründe und vielfältigen Implikationen der Lebenslage Überschuldung beleuchtet. Durchgeführt wurde ein sogenanntes propositionales Inventar, das eine Literaturzusammenfassung und eine Inhaltsanalyse von 13 Studien umfasst. Flankierend wurden einige Studien herangezogen, die angrenzende Themen behandeln. Es ist dabei gelungen, den ausgewerteten Studien zentrale Wirkungen zu entnehmen, die eindrucksvolle Erfolge der Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung belegen.

Beteiligte

Mit der Durchführung wurde die HAW - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg beauftragt. Unterstützt wurde das Forscherteam durch vorbereitende Recherchearbeiten verschiedener BAG-SB Mitglieder.

Zeitraum

Die Veröffentlichung erfolgte 2015 als Sonderheft der BAG-SB Informationen.

Förderung

Ermöglicht wurde das Forschungsvorhaben durch Förderungen vom Deutschen Privatinsolvenztag e. V., der Diakonie Hamburg, Seghorn Inkasso, der Landeshaupstadt München und zehn Landesarbeitsgemeinschaften Schuldnerberatung.