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Entstehungsgeschichte und Selbstdarstellung der BAG-SB e. V.

Die Schuldnerberatung ist ein relativ junges Gebiet in der sozialen Arbeit. Sie wurde seit Beginn der 80er Jahre mit wenigen Schuldnerberatungsstellen eingeführt und seitdem ständig ausgebaut. Die Anzahl ver- und überschuldeter Privathaushalte stieg ständig und die damit einhergehenden Problematiken (u.a. Sozialhilfebezug) haben in den dann folgenden 10 Jahren dazu geführt, dass Kommunen, Wohlfahrtsorganisationen und private Organisationen Beratung dieser Haushalte immer mehr anboten; sei es als spezialisierte Schuldnerberatung, sei es als integrierte Dienste in anderen Beratungsangeboten. Heute arbeiten deutschlandweit in ca. 1.100 Schuldnerberatungsstellen rund 1.700 BeraterInnen.

Mit der Einführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens (mit anschließender Restschuldbefreiung) im Jahr 1999 sind die Anforderungen an die Beratungskräfte im juristischen Bereich nochmals erheblich gestiegen. Das Beratungsangebot kann auf Grund fehlender personeller Kapazitäten den Bedarf an Informationen, Beratung, Unterstützung und Begleitung für überschuldete Menschen auch nicht annähernd abdecken. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konstatierte Anfang 2005 die alarmierende Zahl von 3,1 Millionen überschuldeter Haushalte, in denen ca. 6 Millionen Menschen leben – in kapp der Hälfte dieser Haushalte leben Kinder. Somit sind ca. 8 % aller Haushalte von der Überschuldungsproblematik betroffen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung wurde bereits im Mai 1986 mit dem Ziel gegründet, den Austausch von Informationen, sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung der BeraterInnen zu strukturieren, systematisieren und qualifizieren. Gleichzeitig bestand ein Bedarf, die sozialen Bedingungen der Überschuldeten zu analysieren und professionelle Standards - nicht nur im Hinblick auf individuelle Problemlösungen, sondern auch mit Einbezug wirtschaftlicher und sozialpolitischer Bedingungsgefüge - zu entwickeln.

Die BAG-SB steht für die ganzheitliche Betrachtungsweise der Überschuldungssituation in der Bundesrepublik Deutschland, das heißt, in den Blick kommen nicht nur die individuelle, psychosoziale und ökonomische Situation der betroffenen Personen, sondern auch die gesetzlichen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Hintergründe, die mit der Ver- und Überschuldung im Zusammenhang stehen.

Die Position der Ganzheitlichkeit wird durch die vielfältigen Berufsgruppen der Mitglieder der BAG-SB ausgedrückt. In der BAG-SB sind alle mit dem Problem der Ver- und Überschuldung befassten Berufsgruppen repräsentiert, z.B. aus den Bereichen: Sozialarbeit, Ökonomie, Rechtsberatung, Pädagogik, Ökotrophologie, Psychologie, Kreditwirtschaft und Verwaltung. Sie arbeiten in freien gemeinnützigen Vereinen, bei Kommunen, in Verbraucherzentralen und bei Wohlfahrtsverbänden. Die BAG-SB als übergeordnete Organisation macht es möglich, Verbindungen zu knüpfen und zu erhalten.

Die BAG-SB ist unabhängig von politischen Parteien, Konfessionen, Verbänden oder anderen gesellschaftlichen Institutionen. Sie kooperiert mit allen in der Schuldnerberatung wichtigen Institutionen und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Seit 2007 ist sie Mitglied im european consumer debt network (ecdn).

Unsere Satzung gibt uns folgende Aufgaben:

- Aus-, Fort- und Weiterbildung von SchuldnerberaterInnen

- Beteiligung an Forschungsaufgaben

- Dokumentation aktueller sozialer und gesellschaftspolitischer Entwicklungen

- Einbringen von Änderungsvorschlägen bei Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft

- Entwicklung, Umsetzung und Fortschreibung von Standards der Schuldnerberatung

- Erarbeitung und Publikation von Präventionsmaterialien

- Erstellung und Verbreitung von Arbeitsmaterialien, Stellungnahmen und Fachpublikationen

- Sammeln und Verbreiten schuldnerberatungsspezifischer Informationen

 

Unsere vielfältigen Aufgaben verfolgen wir u. a. mit dem seit 1998 bestehenden Internetangebot. Die Adresse www.bag-sb.de steht dabei für:

- die Vermittlung aktueller Informationen rund um das Thema Ver- und Überschuldung.

- Das schnelle Auffinden der nächstgelegenen Beratungsstelle mittels unserer fortlaufend aktualisierten Adressdatenbank.

- Die Förderung des Austauschs unter den PraktikerInnen in den regionalen und landesweiten Arbeitsgemeinschaften.

- Das zur Verfügung stellen einzelner Beiträge aus unserer Fachzeitschrift „BAG-SB Informationen“.

- Die Online-Erarbeitung fachlicher Konzeptionen in zugangsgeschützten Bereichen (Arbeitskreis Qualität in der Schuldner- und Insolvenzberatung der BAG-SB, Vorstand der BAG-SB, Länderrat der BAG-SB).

Der Verband finanziert sich aus dem Verkaufserlös der größten deutschen Fachzeitschrift für Schuldnerberatung, die im Eigenverlag herausgegeben wird und vierteljährlich erscheint, Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erträgen aus Seminaren in den Bereichen Schuldner-/Insolvenzberatung und Prävention.

Wir erhalten darüber hinaus keine Zuschüsse der öffentlichen Hand!

Eine Mitgliedschaft beinhaltet:

- den Bezug der vierteljährlich erscheinenden Fachzeitschrift,

- Preisreduzierungen der Produkte im Eigenverlag,

- Vorzugspreise für unsere Seminare und Fachtagungen,

- fachliche Unterstützung.

Hinweis: Der Mitgliedsbeitrag ist steuerrechtlich absetzbar.

Weitere Informationen:

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. (BAG-SB)

Friedrichsplatz 10, 34117 Kassel, Tel.: 0561-771093, Fax: 0561-711126, email: info(at)bag-sb.de, web: www.bag-sb.de

     
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