15.05.2019

„Eine umfassende Schuldenregulierung ist unmöglich, wenn sich auf dem Wohnungsmarkt nichts ändert!“


Schuldnerberatungskräfte beschließen Forderungen zum Thema „Wohnen und Schulden“

 

Entsprechend klare Forderungen stellten fast 200 Schuldnerberatungskräfte bei der Jahresfachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e. V. (BAG-SB) in Erfurt an Politik und Vermietungsgesellschaften. Die Beratungskräfte, die in ihrer alltäglichen Praxis regelmäßig vor den Herausforderungen des Wohnungserhalts ihrer Klienten stehen, haben auf der Tagung ihren Sorgen Luft gemacht und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation unterbreitet. Sie werden jetzt durch die Geschäftsführerin der BAG-SB Ines Moers der Bundespolitik vorgelegt und auf der Webseite des Verbands veröffentlicht.

Schulden erschweren den Zugang zum freien Wohnungsmarkt bekanntermaßen massiv. Wohnungseigentümer vergeben ihre Wohnungen nur selten an Wohnungssuchende mit negativer Bonitätsauskunft (z.B. SCHUFA). Die Schuldnerberatungskräfte fordern deshalb, die Vergabe von mietpreisgebundenem, staatlich gefördertem Sozialen Wohnungsbau nicht mehr abhängig zu machen von der Vorlage einer Bonitätsauskunft. Hohe Wohnkosten stellten zudem ein erhebliches Verschuldungsrisiko dar. Selbst Haushalte mittleren Einkommens könnten aufgrund gestiegener Wohnkosten kaum noch Rücklagen bilden für unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt löse erhebliche Existenzängste bei Ratsuchenden aller Einkommensgruppen aus und überschuldete Personen seien davon besonders betroffen. „Vermietungsgesellschaften, Kommunen und Gerichte tragen eine entscheidende Verantwortung. Wohnen ist keine Ware.“ ergänzen die Beratungskräfte. „Wir hoffen sehr, dass Politik und Vermietungsgesellschaften zukünftig die Situation überschuldeter Haushalte deutlicher im Blick haben.“

Die Entschließung auf der BAG-SB Jahresfachtagung bildet einen ersten Auftakt für die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der AGSBV, welche vom 03. bis 07. Juni 2019 unter dem Titel „Albtraum Miete – Wohnraum finden – erhalten – sichern“ ausgerichtet wird.

 

Zur vollständigen Entschließung und Pressemitteilung